Klos und Duschen

GERN GELESEN

WIE MAN TRÄUME LEBT UND WAS DABEI PASSIEREN KANN ...

Klos und Duschen




Hygiene unterwegs


In den meisten Wohnmobilen hat man seine eigene Toilette und Dusche dabei. Das ist praktisch..


Doch in der Regel passt in die Toilettenkassette nicht viel rein und ist für stabilere Menschen die Schüssel zu klein. Die Duschen sind meist zu eng. Zum Bücken reicht der Platz nicht und beim Haare waschen stößt man sich an den Seiten die Ellenbogen. Der Wasservorrat ist sowieso begrenzt. In vielen Mobilen muss die Nasszelle erst umgebaut werden und dann werden beim Duschen auch Klo und Tüddelkram nass. Komfortabler sind Raumduschen, Porzellantoilette und Feststofftank.


Für Kurztrips mag das alles gehen, und manchmal tut es zur Körperreinigung ja auch ein nasser Waschlappen. Bei längeren Reisen ist es praktischer, die an den Übernachtungsplätzen angebotenen sanitären Anlagen zu nutzen.


Klos


Auf fremde Toiletten zu gehen ist nicht jedermanns Sache. Allzu häufig sehen sie auch recht unappetitlich aus. Inzwischen haben immerhin die Länder, in denen Stehklos üblich sind, für ihre Gäste in der Regel einige Schüsseln installiert. Auf ein nach Geschlecht getrenntes Sanitär kann man aber nicht immer vertrauen.


Klobrillen gibt es nicht überall. Ohne ist die Sitzmöglichkeit zwar weniger komfortabel, aber wer mal nachgesehen hat, wie Klobrillen von unten aussehen können, verzichtet gern auf den Komfort.


Wer sich nicht gern auf fremde Brillen setzt, kann sie z.B. mit Toilettenpapier belegen, mit Sakrotantüchern abwischen oder spezielle Toilettensitzauflagen benutzen.


Es macht Sinn, vor der großen Nutzung des Klos, das Papierangebot zu sichten. Es wird nicht immer Toilettenpapier angeboten. Manchmal ist es auch verbraucht oder klemmt im Spender fest. Das ist besonders blöd, hat man doch mit dem Papier gerechnet. Oder es hängt ein Toilettenpapierspender im Vorraum. Da muss dann abgeschätzt werden, wieviel man brauchen könnte.


In manchen südlichen Ländern wird das Toilettenpapier in neben der Schüssel stehende Papierkörbe entsorgt. Das mögen wir befremdlich finden, sollte aber akzeptiert werden, damit die dort übliche Fäkalienbeseitigung nicht gestört wird.


Duschen


In nördlichen Ländern braucht man meist eine Münze. Dafür kann man dann, je nach Großzügigkeit des Platzes, drei bis fünf Minuten duschen. Manche Duschen kann man zwischendurch anhalten, ohne dass die Zeit weiter läuft.


Blöd ist, wenn nach abgelaufener Zeit das Wasser völlig versiegt und man noch Schaum am Körper hat. Besser, wenn dann für einen Moment wenigstens noch kaltes Wasser kommt.

Blöd ist auch, wenn es keinen Zeitanzeiger gibt oder der sich außer Sichtweite befindet.

Und blöd ist, wenn auch der Automat für die Münze sich nicht in Reichweite der Dusche befindet und einem das Nachfüttern damit erschwert wird.


Die einfachste Art der Dusche ist ein großer Raum, nicht nach Geschlechtern getrennt, bestenfalls mit Plastikvorhängen unterteilt. Gesehen in Frankreich. Besser sind da verschließbare Duschkabinen. Wenn davor dann Bänke stehen und Haken an der Wand sind, damit man seine Sachen trocken lagern kann, ist es noch besser. Prima ist, wenn die Duschen einen Intimbereich haben, also einen kleinen Vorraum, in dem man sich ausziehen, seine Sachen lagern und nach der Dusche etwas richten kann. Noch besser, wenn der Intimbereich so gestaltet ist, dass er während des Duschens trocken bleibt (ist nicht selbstverständlich). Am allerbesten, wenn er so groß ist, dass auch noch ein Waschbecken, Spiegel und Steckdose möglich sind. Und manchmal gibt es sogar komplette kleine Badezimmer mit Toilette, Dusche und Waschbecken.


Es lohnt sich, die Dusche sorgfältig zu wählen. Denn ist man erst mal drin, ausgezogen und vorbereitet und stellt dann fest, dass der Duschkopf so verkalkt ist, dass er in alle Richtungen spritzt, nur nicht nach unten, ist ein Umzug in eine andere Kabine mühsam.


Oft macht es Sinn zu schauen, welche die erste Dusche in der Wasserleitung ist. Sie hat meist den höchsten Wasserdruck und die geringsten Temperaturschwankungen.


Bei Knopfduschen, also denen, die nur auf Knopfdruck Wasser spenden, sollte man die Spendendauer prüfen, um nicht sekündlich drücken zu müssen. Besser sind da die Duschen mit Wasserhahn, wenn der nicht unter dem Duschkopf sitzt. Der Duschkopf kommt meist aus der Wand, an die man sich dann dicht stellen muss, um nass zu werden. Damit stößt man unweigerlich hin und wieder an den Wasserhahn, was zu unangenehmen Temperatur- oder Wasserdruckschwankungen führt. Besser sind da die Duschen mit Brause von oben und noch besser die mit flexiblem Schlauch.


Unbenutzten Duschen sollte man miss- und den Kennern des Platzes vertrauen.


Bekleidung


Wer nicht auf den Haaren des Vorgängers stehen möchte und nicht ständig unter Fuß- und Nagelpilz leiden will, sollte Duschschuhe, FlipFlops oder ähnliches anziehen.


Die Bekleidung auf dem Weg zur Hygiene ist Geschmacksache. Praktisch sind Bademäntel, wenn man denn damit über den Platz laufen mag und im Mobil genug Platz für die schweren Dinger hat. Unpraktisch sind lange Hosen, weil die beim Anziehen auf dem nassen Boden rumrutschen. Es sei denn, man sucht sich einen trockenen Fleck oder ist turnerisch begabt. Ansonsten hängt es von der individuellen Persönlichkeit ab, ob man allen sein Nachtgewand, Homeware, Feinripp, entblößte Körperteile, die man sonst nie zeigen würde oder sonst was vorführen möchte.


Utensilien


In vielen Duschen fehlen Ablagemöglichkeiten für Shampoo, Seife und was man sonst noch so braucht. Da hilft auch kein Kulturbeutel. Gut ist, etwas zu haben, was an einen Haken gehängt werden kann. Und was auch etwas nass werden darf. Als Einfachstes eine Plastiktüte. Prima sind die Taschen für Putzzeug aus dem Reitsporthandel. Sie sind robust, haben Schlaufen und Fächer, in denen man die benötigten Utensilien gut sortieren kann. Und schick sind sie auch. Es gibt sie in verschiedenen Größen.



Zum Schluss ein ganz klares „geht ja gar nicht“ und ein „du schadest dem Ansehen der Wohnmobilisten“ an all diejenigen, die ihr Abwasser einfach irgendwo entsorgen, ihre Toilette einfach irgendwo hin kippen oder, und manche sind sogar noch stolz auf ihren Einfallsreichtum, in der Nähe von Campingplätzen stehen und dort dann ohne zu bezahlen die sanitären Anlagen nutzen. Wer sich ein Wohnmobil leisten kann, ist ja wohl nicht zu arm das bisschen Geld für V&E und eine Dusche auszugeben.


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© Susanne Norden